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Die Matrix mit Jugendlichen

und andere spannende KJP-Workshops auf der ACBS Weltkonferenz


Wie angekündigt kommen hier nun die Workshops der ACBS World Conference in Lyon, die für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien besonders spannend erscheinen. Und im Anschluss noch meine Empfehlungen für Workshops, die unabhängig von der Zielgruppe bestimmt spannend werden.

Donnerstag

  • How to ADHD Compassionately: Authentically Integrating ACT and CFT with ADHD Adolescents – Cassidy C. Fraser

  • Measuring Psychological Flexibility in High Conflict Parents to Inform Treatment Decisions – Rochester

  • Clinically Addressing Emotional Dysregulation in Adolescents in Times of Global Polycrisis from ACT and DBT – Principi, Silva & Piorno

Mein persönliches Highlight am Donnerstag ist der Workshop von Rochester zu hochstrittigen Eltern. Konflikthafte Elternkonstellationen gehören vermutlich zu den größten Herausforderungen in der Arbeit mit Familien. Alle Beteiligten im Boot zu behalten, die Bedürfnisse des Kindes nicht aus dem Blick zu verlieren und gleichzeitig Veränderung zu fördern, wird häufig zu einem therapeutischen Drahtseilakt. Ich bin sehr gespannt, welche neuen Perspektiven und praktischen Ideen der Workshop hierzu bietet.

Freitag

  • The Matrix with Teens – Pressman, M. Morris & Jaye

  • Using ACT to Help Parents Stay Open, Aware, and Engaged – Pressman & Martin

Am Freitag freue ich mich besonders auf The Matrix with Teens. Die ACT Matrix gehört seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingstools und kommt in meiner Arbeit mit Jugendlichen regelmäßig zum Einsatz. Kaum ein anderes Werkzeug macht psychologische Flexibilität so anschaulich und erlebbar. Umso neugieriger bin ich darauf, welche kreativen Anpassungen und neuen Anwendungsmöglichkeiten die Referent*innen für die Arbeit mit Jugendlichen vorstellen werden.

Samstag

  • Teaching Adolescents to Break the Rules and Build Healthy Relationships – Turrell & Rossi

  • Thriving Parent, Thriving Child: Creating Contexts for Children to Flourish with Psychologically Flexible Parenting – Gillard & Coyne

Am Samstag spricht mich besonders der Workshop Thriving Parent, Thriving Child an. Die Forschung zeigt immer deutlicher, welchen Einfluss psychologische Flexibilität von Eltern auf das Wohlbefinden ihrer Kinder hat. Gerade in der therapeutischen Arbeit erleben wir häufig, wie hilfreich es sein kann, nicht nur mit dem Kind oder Jugendlichen zu arbeiten, sondern auch die Bezugspersonen einzubeziehen. Ich freue mich auf neue Impulse für die Elternarbeit und darauf, bekannte ACT-Konzepte aus dieser Perspektive zu betrachten.

Sonntag

  • Five Powerful DNA-V Exercises for Helping Young People who are Avoidant of School – Hooper, Gillard, Cogan & Jackson Brown

  • Navigating the Minefields of Separated Family Work with Flexibility and Compassion – Rochester

  • Connection Over Perfection: Parenting Around Sex, Bodies, and Identity Using ACT – England

Am Sonntag fällt mir die Auswahl besonders schwer. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich vermutlich den Workshop zu Schulvermeidung und DNA-V besuchen. Schulabsentismus begegnet vielen von uns derzeit häufiger als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bietet das DNA-V-Modell aus meiner Sicht hervorragende Möglichkeiten, Jugendliche dabei zu unterstützen, wieder Schritte in Richtung eines werteorientierten Lebens zu gehen.


Sonstige Empfehlungen

Hier meine ganz subjektiven Highlights für alle Zielgruppen :

FAP: Creating Intense and Curative Therapeutic Relationships

Tsai, Parker, Kuei, Steinkopff & Secară

FAP-Workshops gehören für mich auf jeder ACBS-Konferenz zu den Highlights. Wer schon einmal mit Mavis Tsai gearbeitet hat, weiß, wie schnell hier echte Begegnung und intensive Prozesse entstehen können. Wer nicht bei der FAP-Pre-Conference dabei ist, sollte sich diesen Workshop meiner Meinung nach auf keinen Fall entgehen lassen.

Body-related Shame and the Transformative Power of Perspective Taking

LeJeune & Pegrum

Ich hatte bereits in Buenos Aires die Gelegenheit, einen Workshop von Jenna LeJeune zu besuchen. Die Erfahrungen und Perspektiven, die ich dort mitgenommen habe, prägen mein therapeutisches Arbeiten bis heute. Umso gespannter bin ich auf diesen Workshop.

Self-as-Context: From a Head-Scratching Concept to Confident Clinical Practice

Ebert

„Selbst als Kontext“ gehört für viele ACT-Therapeut*innen zu den faszinierendsten, aber auch herausforderndsten Konzepten. Beate Ebert hat gerade ihr neues Buch zu diesem Thema veröffentlicht und schafft es immer wieder, komplexe theoretische Inhalte praxisnah und verständlich zu vermitteln.

Yes, and: Enhancing your ACT with Improv

M. Morris, Howard, Jaye & Hulser-Morris

Improvisationstheater und ACT haben erstaunlich viel gemeinsam: präsent sein, Unsicherheit willkommen heißen, flexibel reagieren und bereit sein, sich auf Neues einzulassen. Oder wie es im Improvisationstheater heißt: „Yes, and …“. Gemeinsam kreativ werden, die eigene Komfortzone verlassen und spielerisch psychologische Flexibilität erleben.


Natürlich sind das nur einige der vielen spannenden Angebote der diesjährigen ACBS World Conference. Das Schöne an der Konferenz ist, dass man oft gerade in den Workshops landet, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte und genau dort die inspirierendsten Ideen mitnimmt. Wir freuen uns auf Lyon und werden berichten, welche Erkenntnisse und Erfahrungen wir mit nach Hamburg bringen.


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